gefiederte_schlange

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Nun will ich glauben, daß es Einhörner giebt;
daß in Arabien ein einziger Baum ist,
der Thron des Phönix,
und ein einziger Phönix, der bis auf diese Stunde da regiert

-Shakespeare - The Tempest - Akt III -


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Als Zarathustra dreißig Jahre alt war, verließ er seine Heimat und den See seiner Heimat und ging in das Gebirge. Hier genoß er seines Geistes und seiner Einsamkeit und wurde dessen zehn Jahre nicht müde. Endlich verwandelte sich sein Herz, - und eines Morgens stand er mit der Morgenröte auf, trat vor die Sonne hin und sprach zu ihr also:
"Du großes Gestirn" Was wäre dein Glück, wenn du nicht die hättest, welchen du leuchtest"

Zehn Jahre kamst du hier herauf zu meiner Höhle: du würdest deines Lichtes und dieses Weges satt geworden sein, ohne mich, meinen Adler und meine Schlange.

Aber wir warteten deiner an jedem Morgen, nahmen dir deinen Überfluß ab und segneten dich dafür. Siehe! Ich bin meiner Weisheit überdrüssig, wie die Biene, die des Honigs zuviel gesammelt hat, ich bedarf der Hände, die sich ausstrecken. Ich möchte verschenken und austeilen, bis die Weisen unter den Menschen wieder einmal ihrer Torheit und die Armen wieder einmal ihres Reichtums froh geworden sind.

Dazu muß ich in die Tiefe steigen: wie du des Abends tust, wenn du hinter das Meer gehst und noch der Unterwelt Licht bringst, du überreiches Gestirn!Ich muß, gleich dir, untergehen, wie die Menschen es nennen, zu denen ich hinab will.So segne mich denn, du ruhiges Auge, das ohne Neid auch ein allzu großes Glück sehen kann!

Segne den Becher, welcher überfließen will, dass das Wasser golden aus ihm fließe und überallhin den Abglanz deiner Wonne trage! Siehe!
Dieser Becher will wieder leer werden,

und Zarathustra will wieder Mensch werden."
....Also begann Zarathustras Untergang....

- Friedrich Nietzsche - Also sprach Zarathustra - Zarathustras Vorrede - erstes Stück-



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Durch alle Meere wühlt der Wind, wenn unsre Seele schweigt.
Dann braust ein Wort wie Harfenklang,
ein Wort von Kraft, ein Urgesang,
darin der Feuervogel steigt, der Feuervogel steigt.

- Hans Zimmermann - Der Wind weht wo er will-


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Mir gehört die Gesamtheit der Wesen
die mir vollständig zugewiesen ist.
Ich bin eingetreten als Falke,
ich herausgegangen als Benu.
Morgenstern bereite du mir den Weg,
damit ich im Frieden eintrete zum schönen Westen
- ägypt.Totenbuch -

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All die führen indes auf andre zurück ihren Ursprung.
Einen Vogel gibt es, der selbst sich erzeugt und erneuert.
Phoenix nennt der Assyrier ihn. Er lebt nicht von Frucht und
Kräutern, sondern von Zähren des Weihrauchs, vom Saft des Amomum.
Hat seines Lebens fünf Jahrhunderte dieser erfüllt, dann
baut er sich selbst mit den Klaun und dem reinen Schnabel ein Nest im
Eichengezweig oder auch im Wipfel der schwankenden Palme.
Hat er Casia dort und die Ähren der schmiegsamen Narde,
gelbliche Myrrhe dazu und gestoßenen Zimt unterbreitet,
bettet er selbst sich darauf und endet in Düften sein Leben.
Hier, so sagt man, entsteht aus dem Leibe des Vaters ein kleiner
Phoenix, dem ebensoviel an Jahren zu leben bestimmt ist.
Hat sein Alter dem die Kraft es zu tragen verliehen,
löst er des hohen Baumes Gezweig von der Last seines Nestes,
trägt seine Wiege – und das Grab seines Vaters – er fromm, und
wenn durch die flüchtige Luft er die Stadt Hyperions erreicht hat,
legt er am heiligen Tor des Sonnentempels es nieder.
 
Publius Ovidius Naso - Metamorphosen- die Lehren des Pythagoras -
Übersetzung Johann Heinrich Voss


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Heil Ra! Auf Deiner Barke fährst Du weit
Hinein in die Höhlen der Dunkelheit!
(-)

Um zu dir zu beten: Du Kind, wir kamen,
In Deinem Heiligen und Reinen Namen!
Dein Reich ist da; getan Dein Gebot.
Hier ist das Blut; hier ist das Brot.
Von der Mitternacht bring’ mich zur Sonnenglut!
Erlös’ mich vom Übel und auch vom Gut!
Daß Deine eine Krone von allen Zehn
Schon hier und jetzt sei mein.
(-)
Sieh’ auf meiner Brust, die blutende Wunde,
Vom eingeritzten Opferzeichen gibt sie Kunde!
(-)
Ich trat hinzu mit Ach und mit Weh,
Freudig und dankbar hinfort ich geh’,
Um unter lebenden Menschen zu weilen,
Mit Ihnen die Freude auf Erden zu teilen.

- LIBER XLIV  - DIE MESSE DES PHŒNIX -



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Phoenix

Ein dunkler Stern
Im dunklen Sog
Entflammt durch Arinnens Schwert
 
Schwelend Funkensamen säend
Des Feuervogels golden Federkleid
Lichterloh entbrannt
 
Transmutierender Tanz der Elemente
Entblößend auf des Wesens Kern
Im ewigzyklisch Walten
Der Phoenix wiedergeboren
 
Sein königspurpurn fedriges Gewand entfaltend
Im stolzen Fluge sich erhebt
Getragen durch den Feuerzungentanz
Heliozentrische Häutungen in der Hitze Glut
 
So taucht er nun seit Anbeginn
Über tiefste Höhen in sein anfängliches Ende
 
Mit einem Ansinnen stets
Dem anfangendlichen Einem
Auf Ewig verschmelzend
entgegen zu brennen.

©KaosKobra, 2003


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